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Chemiebranche in Sachsen-Anhalt brummt

HALLE (SAALE)/DPA/MZ. Die chemische Industrie in Sachsen-Anhalt ist im Aufwind und baut kräftig aus. In diesem Jahr werden viele Vorhaben auf den Weg gebracht oder abgeschlossen. Die Projekte reichen von Ausbau oder Modernisierung von Anlagen bis zum millionenschweren Neubau. Je nach Bedarf entstehen neue Jobs, wobei Großinvestitionen, die Hunderte neue Arbeitsplätze mit sich brächten, nicht in Sicht sind. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Brigitta Wolff (CDU) bezeichnete es gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung als "sehr erfreuliches Signal", dass die Chemieindustrie wieder auf Wachstumskurs ist.


Zeitz


Wichtig für die Chemie ist die Strom- und Wärmeversorgung. Am Industriestandort Zeitz (Burgenlandkreis) soll dazu in diesem Jahr mit dem Bau eines rund 130 Millionen Euro teuren Gas- und Dampfkraftwerks begonnen werden. Zudem wird ein Teil einer Bioraffinerie fertig (Investition insgesamt: 13 Millionen Euro), und es beginnt der Bau einer Anlage zur Kunststoffaufbereitung (15 Millionen Euro). "Mit den geplanten Ansiedlungen, die ab 2012 begonnen werden, sind etwa 100 neue Arbeitsplätze zu erwarten", sagte Wolfgang Bauer, Geschäftsführer der Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH. Am Standort gibt es 50 Firmen mit zusammen etwa 1 200 Beschäftigten.

Leuna

Mehrere Dutzend neue Arbeitsplätze sollen Investitionen in Leuna bringen - zum Beispiel beim Faserproduzenten Domo oder der Firma Leuna-Harze. Der Geschäftsführer der Standortgesellschaft In-fraleuna GmbH, Andreas Hiltermann, sieht die Entwicklung positiv, "weil ansässige Unternehmen sowie Neuansiedler Investitionsvorhaben derzeit realisieren oder diese angekündigt haben."

Leuna ist mit 1300 Hektar der flächenmäßig größte Chemiestandort im Land. Rund 100 Firmen mit zusammen etwa 9 000 Mitarbeitern sind hier ansässig, der französische Mineralölkonzern Total (Paris) betreibt hier eine Raffinerie. Rund sechs Milliarden Euro wurden laut Hiltermann seit der Wende investiert.

Bitterfeld-Wolfen

Auch im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen nehmen Unternehmen Geld in die Hand. Weitere Verträge für Bauvorhaben seien unterzeichnet, sagte der Geschäftsführer der P-D Chemiepark Bitterfeld Wolfen GmbH, Matthias Gabriel. 2011 seien auf dem Areal rund zehn Projekte umgesetzt oder begonnen worden, etwa von Bayer und Lanxess. Dahinter standen Investitionen in Höhe eines zusammen "dreistelligen Millionenbetrages". "Diese Entwicklung wird sich auch 2012 fortsetzen", sagte Gabriel. Im Chemiepark gibt es 360 Firmen mit rund 12 000 Beschäftigten... [gesamter Artikel]